Geplante Kürzungen in der Sozialen Arbeit gefährden den gesellschaftlichen Zusammenhalt und die soziale Teilhabe!
Das auf den 25. März datierte interne Arbeitspapier „Effizienter Ressourceneinsatz bei Leistungsgesetzen“ sieht massive Einsparungen von Bund, Ländern und Kommunen vor. Die Pläne umfassen Kürzungen von mindestens 8,6 Mrd. Euro in der Kinder-, Jugend- (SGB VIII) und Eingliederungshilfe (SGB IX). [*]
Die insgesamt 70 Einsparvorschläge sehen u.a. vor:
- Streichung individueller Rechtsansprüche auf Schulbegleitung.
- Einschränkung des Wunsch- und Wahlrechts für Menschen mit Behinderungen.
- Ersatzlose Streichung der Nachbetreuung für junge Volljährige (Care Leaver*innen) in der Kinder- und Jugendhilfe.
- Massive Kürzungen beim Unterhaltsvorschuss für Alleinerziehende.
Diese Maßnahmen hätten fatale Auswirkungen auf unsere tägliche pädagogische Arbeit bzw. auf das Leben der betroffenen Menschen und ihrer Familien, die uns ihr Vertrauen schenken. Darüber hinaus stehen zentrale Punkte dieser Pläne im direkten Widerspruch zur UN-Kinderrechtskonvention sowie zur UN-Behindertenrechtskonvention. Zudem würden diese Kürzungen später zu deutlich höheren Folgekosten führen, während Prävention langfristig Kosten sparen würden.
Auch wenn die finale Umsetzung noch aussteht, beziehen wir bereits jetzt klar Position gegen diese drohenden Kürzungen. Wir fordern einen konstruktiven Dialog zwischen Kostenträgern, Verbänden und Trägern. Ziel muss es sein, einseitigen und kurzsichtigen Sparmaßnahmen entgegenzuwirken, um gesellschaftliche Teilhabe zu sichern und ein sozialstaatliches solidarisches Miteinander langfristig zu stärken.
Hamburg, den 29.04.2026 – Rainer Rißmann
(Geschäftsführung Margaretenhort gGmbH)
[*] Quelle: Deutscher Paritätischer Wohlfahrtsverband – Gesamtverband e. V., Berlin (16. April 2026). Drohender Kahlschlag im Sozialen: Ein aktuelles Arbeitspapier von Bund, Ländern und kommunalen Spitzenverbänden enthüllt drastische Kürzungspläne in der Kinder- und Jugendhilfe und der Eingliederungshilfe.
